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Edelsteine im Trend: Welche Juwelen sind derzeit gefragt?

In den letzten Jahren hat sich die Edelsteinbranche, dank der stetig wachsenden Beliebtheit und Nachfrage nach den kostbaren Juwelen, rasant entwickelt. Das spiegelt sich auch in den vielfältigen Farbtönen und neuen Schliffen wider, die die Herzen von Investoren, Edelstein- bzw. Schmuckliebhabern und Sammlern höherschlagen lassen. Wir verraten Ihnen, welche Edelsteine aktuell besonders gefragt sind und warum die klassischen Steine und Schliffe immer im Trend liegen.

Aktuelle Trends bei Edelsteinen: Die Aufsteiger

Auch Edelsteine sind Modeerscheinungen unterworfen. So gibt es zu jeder Zeit Trend-Steine, die gerade besonders begehrt sind. Das beste Beispiel dafür ist der Tansanit, dessen Preis in den letzten Jahren stärkeren Schwankungen unterlag als jeder andere Stein – bedingt durch umfangreiches Marketing von Tiffany & Co sowie den Blockbuster Titanic, in dem ein Collier mit einem großen blauen Stein eine zentrale Rolle spielt. Groß im Kommen sind neben dem Tansanit derzeit auch Aquamarin, Morganit, Amethyst, Topas und Granat.

Tansanit

Tansanit wird nur im namensgebenden Tansania abgebaut und gilt damit als einer der seltensten Edelsteine der Welt. Er ist bekannt für seine einzigartige blaue bis violettblaue Farbe und ist eine Varietät des Minerals Zoisit. Eine Besonderheit des Edelsteins ist sein starker Pleochroismus – das heißt, er zeigt je nach Lichtquelle und Blickwinkel unterschiedliche Farben. Als Investmentsteine eignen sich vergleichsweise große und tiefblaue Tansanite.

Aquamarin

Aquamarin, benannt nach dem lateinischen Wort für “Meerwasser”, fasziniert mit einer reichen Farbpalette in sämtlichen Blautönen. Der Edelstein gehört zur Beryll-Familie, zu der auch der Smaragd zählt. Aquamarine werden für ihre Transparenz geschätzt und sind oft frei von Einschlüssen. Besonders gefragt ist momentan tiefblauer Aquamarin – da dieser Farbton selten ist, werden viele Steine durch Brennen verbessert.

Morganit

Genauso wie Aquamarin und Smaragd gehört auch Morganit zur Beryll-Gruppe. Der Stein zeichnet sich durch seine vielfältigen Rosatöne aus – von zartem Blassrosa über Pfirsichfarben bis hin zu kräftigem Pink. Morganit wurde zu Ehren des amerikanischen Bankers und Edelsteinsammlers John Pierpont Morgan benannt, seine Farbe verdankt er dem enthaltenen Mangan. Wir prophezeien dem Edelstein noch eine große Zukunft!

Amethyst

Amethyst gehört zur Gruppe der Quarze und wird häufig in Form von Stufen (als Amethystdrusen) zum Verkauf angeboten. Der Edelstein ist rosa bis violett, manche Steine verlieren unter Sonneneinstrahlung die Farbe. Hier ist darauf zu achten, nur Farbstabile Steine zu kaufen. Amethyste kommen vergleichsweise häufig vor – sogar in Österreich gibt es eine Fundstelle (Maissau in Niederösterreich).

Topas

Topas gehört zur Mineralklasse der Silikate und kommt in verschiedenen Farben vor, am häufigsten ist er jedoch gelb oder farblos. Der Topas erfreut sich als Schmuckstein großer Beliebtheit, wobei orangerote oder gelborange Steine besonders selten und begehrt sind. Die Handel weit verbreiteten blauen „London Blue“ Topase erhalten ihre Farbe durch radioaktive Bestrahlung, sie haben keinerlei Investitionscharakter.

Granat

Der Granat ist bekannt für seine tiefrote Farbe, es gibt jedoch auch grüne, gelbe, orange, braune, schwarze und farblose Varietäten der Granatgruppe. Als Wertanlage eignen sich vor allem der grüne Tsavorit und der orange Mandarin-Granat. Im Europa des 19. Jahrhunderts war Schmuck mit dunkelrotem Granat (= Pyrop) überaus populär.

Aktuelle Trends bei Edelsteinschliffen

Verschiedene Edelstein Schliffe

Das Repertoire der klassischen Edelsteinschliffe wie Smaragd-, Oval- oder Baguetteschliff wird durch eine Fülle von ausgefallenen Schliffen ergänzt, wobei den Gestaltungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt sind.

Einer dieser Schliffe ist der Kite-oder Drachen-Schliff, der aktuell in aller Munde ist. Dabei handelt es sich um ein gestrecktes Dreieck, das an zwei Stellen abgeschrägt ist und so der Seitenansicht eines Brillanten gleicht.

Ein weiterer populärer Schliff ist der Half-Moon- oder Halbmond-Schliff. Wie der Name schon verrät, haben Edelsteine mit diesem Cut die Form eines Halbmondes.

Exotische Schliffe dieser Art werden gemeinhin als “Fancy Cuts” bezeichnet. Ursprünglich wandte man den Begriff auf all jene Schliffe an, die kein Brillantschliff sind. Häufig sind damit allerdings Cuts gemeint, die von den bekannten, traditionellen Formen abweichen. Nicht umsonst werden sie auch als “Phantasieschliffe” geführt.

Im Bereich der Investition in Edelsteine ist von diesen Schliffen aber abzuraten.

Bleibende Trends am Edelsteinmarkt

Trend-Edelsteine und phantasievolle Schliffe beeindrucken zwar mit ungewöhnlichen Farben, Formen und Schliffen, allerdings ist zu bedenken, dass auch ihr Preis diesen Modeerscheinungen unterliegt. Meistens erfahren sie einen kurzfristigen Preisanstieg, bevor sie bald wieder günstiger sind.

Vor allem (aber nicht nur) Neueinsteigern im Edelstein-Investment empfehlen wir, auf klassische Edelsteine und bewährte Schliffe zu setzen. Für diese besteht seit jeher eine rege Nachfrage, sie lassen sich bei Bedarf also leicht weiterverkaufen. Rubin und Saphir im Oval- oder Kissenschliff sowie Smaragd im Smaragdschliff sind nicht nur ein sicheres Investment, sondern bleiben auch immer im Trend.

Klassische Edelsteine und Schliffe liegen immer im Trend.

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Dr. Thomas Schröck
Der Autor:

Dr. Thomas Schröck

ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von
THE NATURAL GEM. Der promovierte Ökonom ist u.a. in den USA, der Schweiz, Deutschland und Indien ausgebildeter Gemmologe und gilt mit 30 Jahren Erfahrung im internationalen Edelsteinhandel als führender Experte für naturfarbene, unbehandelte Edelsteine und Edelsteininvestments.

Im Gewinn Verlag erschien dazu auch sein Buch „Edelsteine als Investment“.

 

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