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Edelsteine aus Österreich

In Österreichs Bergen lassen sich Edelsteine finden, wenn man weiß, wo man sucht. Die selbstgefundenen Steine eigenen sich in der Regel nur als günstige Schmucksteine oder Trommelsteine, aber im 19. Jahrhundert wurden in Österreich vor allem Smaragde und Granate auch für die hochwertige Schmuckproduktion abgebaut.

Wo findet man Edelsteine in der Natur?

Typische Fundorte von Mineralien und Edelsteinen sind Flussbetten und Bäche. Durch die Erosion von Gesteinen werden die Edelsteine freigesetzt und mit dem Wasserstrom weitertransportiert. Da die wertvollen Steine aus diesem Grund nicht an ihrem Entstehungsort gefunden werden, nennt man solche Fundorte auch “sekundäre Lagerstätten”. Auch im Gebirge – zum Beispiel in den Alpen – gelangen Edelsteine durch tektonische Bewegung und Erosion an die Oberfläche.

Smaragde in Österreich

Im Habachtal, das in den Hohen Tauern in Salzburg liegt, gibt es eine wichtige Fundstelle für Smaragde in Europa. Die hier gefundenen Smaragde sind in der Regel fingernagelgroß und schwärzlich-grün oder apfelgrün. Sie weisen die für Smaragde typischen Einschlüsse auf, allerdings in so großer Zahl, dass die gefunden Steine matt wirken. Schon im Mittelalter gab es hier Funde, systematisch dokumentiert wurden sie in einem Minerallexikon im Jahr 1850. In den 1860ern wurde der Abbau durch ein Smaragdwerk professionalisiert. Durch das unwegsame Gelände und die fehlende Infrastruktur vor Ort war der Abbau allerdings nur kurze Zeit rentabel, 1913 wurde das Werk wieder geschlossen. Heute werden Themenwanderungen angeboten und es gibt einen ausgeschilderten Wanderweg, um eigenständig nach Smaragden zu suchen.

Granate in Österreich

Im 18. und 19. Jahrhundert war Granatschmuck sehr beliebt, für diesen wurde allerdings in erster Linie böhmischer Granat verwendet.

Die Kärntner Granatfundstellen im Gebiet der Nockberge waren zu Zeiten der Habsburger Monarchie besonders wichtig. Im 18. und 19. Jahrhundert war Granatschmuck sehr beliebt, für diesen wurde allerdings in erster Linie böhmischer Granat verwendet. Chemisch gesehen handelt es sich bei böhmischem Granat um Pyrop, der in kleinen Größen vorkommt und sehr stark funkelt.

Um die steigende Nachfrage an Granaten im 19. Jahrhundert zu decken, begann man in Kärnten mit dem Abbau von Granaten – bei diesen handelt es sich um Almandine, die größer ausfallen als Pyrope. Heutzutage lassen sich beim Wandern in den Nockbergen immer noch Granate finden, die für Hobbysammler interessant sind.

Opale in Österreich finden

In Österreich kann man mit ein wenig Ausdauer im Waldviertel in Niederösterreich rund um Dobersberg, Waldkirchen und Lexnitz Opale finden – im Speziellen Dendritenopal. Dieser wird auch als “Moosopal” bezeichnet und erhält sein charakteristisches Aussehen durch Einschlüsse aus Eisen und Mangan. Der berühmteste Opal ist der Edelopal mit seinem lebhaften “opalisierenden” Farbenspiel. Der Gemeine Opal hingegen, zu dem der Moosopal zählt, zeigt kein Farbspiel.

Weitere Edelsteinfunde in Österreich

In den Alpen gibt es darüber hinaus noch Fundstellen für Bergkristalle und Rauchquarz, die allerdings lediglich Schmucksteinqualität haben. Darüber hinaus gibt es in Maissau in Niederösterreich eine sehr große, gut zugängliche Amethyst-Ader, die 1845 bei Steinbrucharbeiten entdeckt wurde. In Schaustollen und Besucherwelt erfahren Interessierte mehr über Edelsteine und können auch selbst kleine Amethyste schürfen.

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Dr. Thomas Schröck
Der Autor:

Dr. Thomas Schröck

ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von
THE NATURAL GEM. Der promovierte Ökonom ist u.a. in den USA, der Schweiz, Deutschland und Indien ausgebildeter Gemmologe und gilt mit 30 Jahren Erfahrung im internationalen Edelsteinhandel als führender Experte für naturfarbene, unbehandelte Edelsteine und Edelsteininvestments.

Im Gewinn Verlag erschien dazu auch sein Buch „Edelsteine als Investment“.

 

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