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Turmanlingruppe: Varietäten des farbenfrohen Edelsteins

Wie kaum ein anderer Edelstein sticht der Turmalin durch seine Farbenvielfalt hervor – von farblos über kräftiges Rot bis hin zu tiefschwarz ist in der Turmalingruppe alles mit dabei. Lange geringgeschätzt, erfreuen sich die verschiedenen Varietäten des Turmalins heutzutage als Schmuck- und Investmentsteine großer Beliebtheit.

Turmalin: Eigenschaften, Geschichte und Wirkung

Turmaline sind eine Gruppe von Mineralen, die zur Klasse der Silikate zählen. Sie weisen eine Mohshärte von 7 bis 7,5 auf und ihre Kristalle bilden charakteristische Streifen. Die Farbedelsteine werden auf der ganzen Welt gefunden, meistens kommen sie allerdings aus Sri Lanka, Brasilien, Mosambik und Nigeria. Der neueste Fundort mit ausgezeichneter Qualität ist Pakistan.

Der Turmalin war schon in der Antike bekannt, wurde im Mittelalter als Schmuckstein verwendet und verbreitete sich vor allem ab 1700 in Europa, nachdem Niederländer das Mineral aus Sri Lanka mitgebracht hatten.

Der Name “Turmalin” geht auf das singhalesische Wort “thuramali” zurück, was “Stein mit gemischten Farben” bedeutet. Nicht umsonst ist der Edelstein für seinen Farbenreichtum bekannt. Für die einzelnen Farben haben sich im Handel eigene Namen herausgebildet, zum Beispiel “Rubellit” für die rosarote bis rote Varietät oder “Indigolith” für den blauen Turmalin. Fluoreszenz ist nicht bei allen Turmalinen gegeben, Pleochroismus (= bei verschiedenen Betrachtungswinkeln ändert sich die Farbe) dagegen ist bei sämtlichen Varietäten ausgeprägt.

Eine Besonderheit des Turmalins ist sein pyro- und piezoelektrisches Verhalten, wobei sich der Stein durch Erwärmung bzw. Reibung elektrostatisch auflädt und daher Staub und Papier anzieht. Diese Eigenschaft machte man sich früher zunutze, um Tabakasche aus der Pfeife zu ziehen, und versah ihn mit dem Namen “Aschenzieher”. Noch heute kommt Turmalin aufgrund dieses Effekts in der Elektronik zum Einsatz.

In der Steinheilkunde gilt der Turmalin als Schutzstein und soll seinen Träger erden, vor Stress bewahren und die Kreativität fördern.

Pinzette hält Turmalin-Edelstein in den Farben Rosa, Weiß und Grün vor weißgrauem Hintergrund

Der Turmalin - Dein Edelstein für Oktober! (Geburtsstein / Monatsstein)

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Turmalin-Varietäten

Schörl: Schwarzer Turmalin

Schwarzer bis blauschwarzer Turmalin trägt den Namen “Schörl” und wurde im Mittelalter entdeckt. Schörl ist die am häufigsten vorkommende Varietät der Turmalingruppe und hat einen hohen Eisengehalt. Neben der Verwendung für Schmuck dient der Stein der Herstellung von feuerfestem Porzellan und Glas und kommt in der Elektronik und Textilreinigung zum Einsatz.

Verdelith: Grüner Turmalin

Der Verdelith ist die grüne Varietät der Turmalingruppe. Sein Farbspektrum reicht von Hellgrün über Olivgrün bis hin zu intensivem Dunkelgrün. Die Farbe verdankt er den Schwermetallen Chrom und/oder Vanadium.

Indigolith: Blauer Turmalin

Der Indigolith ist der seltenste Stein unter den Turmalinen und dementsprechend einer der teuersten. Er ist hell- bis tiefblau, oftmals mit grünen Nuancen.

Rubellit: Rötlicher Turmalin

Wie der Name bereits verrät, ist der Rubellit rot, wobei er in einer Vielzahl von Farbtönen, die von Rosa bis Dunkelrot reichen, vorkommt. Seine Farbe verdankt er dem Spurenelement Mangan.

Bicolor- und Tricolorturmalin: Turmalin mit mehreren Farben

Auch zwei- und dreifarbige Turmaline kommen vor, wobei die verschiedenen Farben meistens lagenweise angeordnet sind. Besonders bekannt ist der sogenannte “Wassermelonenturmalin” in den Farben Grün und Rot, manchmal auch mit weißer Zeichnung. Der Wassermelonenturmalin hat einen rosaroten Kern, der von einem grünen Ring umschlossen wird. Der mehrfarbige Mohrenkopf-Turmalin wiederum hat eine schwarze bzw. dunkle Kristallspitze, während der Rest des Steins eine hellere Farbe aufweist.

Paraiba: Turmalin aus Brasilien

Sehr gefragt ist der Paraiba-Turmalin (auch unter seinem mineralogischen Namen “Cuprit-Elbait” bekannt), der im namensgebenden Bundesstaat “Paraiba” in Brasilien entdeckt wurde. Ursprünglich eine Herkunftsbezeichnung, handelt es sich beim Paraiba-Turmalin heute um einen Gattungs- bzw. Handelsnamen für Turmaline, die Kupfer und Mangan enthalten. Der Edelstein ist grün bis türkisblau und erhält seine kräftige Farbe meist erst durch Brennen.

Daneben gibt es auch noch farblose Turmaline, die den Namen “Achroit” tragen, den grünen “Chromturmalin”, den braunen “Dravit” und Steine in leuchtendem Orange und anderen Sonderfarben.

Turmalin als Investmentedelstein

Der Turmalin hat ein hohes Wertsteigerungspotenzial. Wurde er vor 30 Jahren von brasilianischen Bauern beim Pflügen noch achtlos beiseite geworfen, ist der Edelstein heute ausgesprochen gefragt. Insbesondere Paraiba ist mittlerweile sehr teuer. Der Wert eines 3 ct. großen Steins mit intensiv türkiser Farbe kann zwischen 20.000 und 30.000 Euro pro Carat erreichen, womit er genauso teuer wie ein Diamant oder Rubin mittlerer Qualität ist. Am begehrtesten ist die Farbvariante “electric blue”, wobei der Stein aus seinem Inneren heraus türkis glühen soll.

Aufgrund seiner Wertsteigerung eignet sich Turmalin nicht nur zur Verarbeitung zu Schmuck, sondern auch als Geldanlage. Für Investmentzwecke kommen reine Turmaline in kräftigen Farben mit mindestens 5 Carat in Frage, bei Paraiba Turmalin ab 1 Carat. Vor allem leuchtender Indigolith, Paraiba, Rubellit, Verdelith, Bicolor- und Tricolorturmalin sowie Steine in Sonderfarben, die keinen eigenen Namen haben, sind für Investments interessant.

Am begehrtesten ist die Farbvariante “electric blue”, wobei der Stein aus seinem Inneren heraus türkis glühen soll.

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Dr. Thomas Schröck
Der Autor:

Dr. Thomas Schröck

ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von
THE NATURAL GEM. Der promovierte Ökonom ist u.a. in den USA, der Schweiz, Deutschland und Indien ausgebildeter Gemmologe und gilt mit 30 Jahren Erfahrung im internationalen Edelsteinhandel als führender Experte für naturfarbene, unbehandelte Edelsteine und Edelsteininvestments.

Im Gewinn Verlag erschien dazu auch sein Buch „Edelsteine als Investment“.

 

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