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Was macht Edelsteine wertvoll?

Wann ist etwas wertvoll? Wenn es selten, schön und begehrt ist. Edelsteine erfüllen alle diese drei Kategorien. Trotzdem sind verschiedene Steine unterschiedlich viel wert. Welche als die wertvollsten Edelsteine gelten und wie dieser Wert bestimmt wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wertvolle Edelsteine

oder

Warum Edelsteine ein Investment sind

Was ist überhaupt Wert bei Edelsteinen? Wie investiere ich in Edelsteine? Und wie entwickeln sich die Preise von Edelsteinen? Im Video beantwortet The Natural Gem Geschäftsführer und Edelstein-Experte Dr. Thomas Schröck, was Edelsteine zu einem wertvollen Investment macht:

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Wertvolle Steine: Sind seltene Edelsteine am meisten wert?

Vielen gelten Diamanten heute als DIE wertvollsten Edelsteine überhaupt, was aber vor allem der Werbung und Popkultur geschuldet sein dürfte. Sicher, Diamanten, etwa in Form klassischer Brillanten sind schön und vor allem von der Damenwelt heiß begehrt. Zu den seltensten Steinen zählen sie jedoch bei Weitem nicht.

Mineralien wie Roselith, Mansfieldit oder Fingerit sind dagegen so selten, dass sie weltweit oft nur an einem einzigen Ort gefunden wurden. Begehrt sind diese extrem seltenen Mineralien dagegen oft ausschließlich bei Mineraliensammlern oder Wissenschaftlern.

Ob ein Edelstein oder ein seltenes Mineral wirklich etwas „wert“ ist, hängt daher nicht nur von der Seltenheit ab, sondern auch von der Nachfrage und den Möglichkeiten der Verwendung – vor allem in der Form von Schmucksteinen – ab.

Gelber Saphir

Als mit die seltensten Edelsteine, die auch als Schmucksteine Verwendung finden gelten:

  • Grandidierit
  • Painit
  • Benitoit
  • Roter Beryll
  • Taaffeit
  • Poudretteit
  • Jeremejewit
  • Musgravit
  • Serendibit
  • Hibonit

Möchte man einen Edelstein als Wertanlage kaufen, kann man wir solche extrem seltenen Steine aber nur bedingt empfehlen. Denn möchte man einen Edelstein später wieder verkaufen, muss sich schließlich auch ein Käufer finden der den vermeintlichen Wert zu zahlen bereit ist.

Als Wertanlage empfehlen wir daher gängige Farbedelsteine, allen voran Rubin, Saphir und Smaragd. Und dabei Steine in möglichst guter Qualität und mit einer gewissen Größe.
Für diese Farbsteine gibt es seit Jahrhunderten eine starke Nachfrage, sie gelten als besonders schön, sind wesentlich seltener als Diamanten und erzielen in Investment-Qualität hohe Preise.

Wer exotischere Steine in Investment-Qualität kaufen möchte, kann abseits der „großen 3 Farbedelsteine“ auf qualitativ gute Stücke von Tansanit, Tsavorit, Turmalin oder auch Alexandrit setzen.

Wer exotischere Steine in Investment-Qualität kaufen möchte, kann abseits der „großen 3 Farbedelsteine“ auf qualitativ gute Stücke von Tansanit, Tsavorit, Turmalin oder auch Alexandrit setzen. Gerne beraten wir Sie dazu individuell.

Preis von Edelsteinen: Abhängig von Qualität & Gewicht

Anlagesteine Rubin, Saphir, Smaragd

Doch was bestimmt nun den konkreten Wert eines Rubins, eines Saphirs oder Smaragds? Anders als etwa bei Edelmetallen, gibt es bei Edelsteinen keinen „Preis pro Gramm“ oder „Preis pro Carat“. Jeder Stein ist anders, jeder Stein ist individuell.

Ausschlaggebend bei Bewertung der Qualität eines Edelsteins und damit maßgeblich für den Wert sind die sogenannten 4 C’s:

  • Carat (Gewicht)
  • Color (Farbe)
  • Clarity (Reinheit)
  • Cut (Schliff)

Für Steine, die primär als Wertanlage gekauft werden gibt bei der Größe, die hier mit dem Gewicht in Carat gleichgesetzt werden darf: Je größer, desto besser.

Bei der Farbe geht es bei Farbedelsteinen um den konkreten Farbton, die Sättigung und die Intensität des Steins. Je nach Stein sind ganz bestimmte Farbtöne besonders gefragt. Rubine in der Farbe „Taubenblut“ sind besonders selten, sehr stark nachgefragt und dementsprechend wertvoll. Ähnliches gilt für die Saphire in den Farbtönen „Padparadscha“ oder „Kornblumenblau“.
Wurde die Farbe durch nachträgliche Behandlung – etwa durch Erhitzen, dem sogenannten „Brennen“ – künstlich verbessert, schlägt sich das jedoch negativ auf den Wert eines Steines nieder.

Die Reinheit kommt es vor allem bei transparenten Edelsteinen – wie eben Rubin, Saphir und Smaragd – zum Tragen. Einschlüsse, Sprünge oder Kristallstörungen mindern in der Regel den Wert des Steins. Weil Ausnahmen die Regel bestätigen muss hier natürlich auch erwähnt werden, dass bestimmte Einschlüsse einen Edelstein zum Unikat machen können und ihn erst zu etwas besonderen machen. Als klassisches Beispiel kann man hier Sternsaphire nennen.

Durch den Schliff schließlich versucht man die natürlichen Eigenschaften eines Steins am besten zu Geltung zu bringen. Weil Schliffe auch gewissen Moden unterliegen, sollte man Investmentsteine nur in den jeweils für einen Stein gängigen Cuts kaufen.

Herkunft von Edelsteinen

Auch der Fundort eines Edelsteins kann bedeutenden Einfluss auf den Wert haben. Ob gerechtfertigt oder nicht, sind am Markt Steine aus bestimmten Regionen und bestimmten Lagerstätten besonders gefragt.
Rubine aus Burma, hier insbesondere aus der Region Mogok, gelten etwa als die schönsten und besten der Welt, sodass für sie höhere Preise gezahlt werden als für vergleichbare Steine aus anderen Ländern.
Bei Saphiren dagegen ist etwa der Fundort Kaschmir legendär, was sich ebenfalls im Wert eines Steines von dort widerspiegelt.

Zertifikate

Achten Sie beim Kauf von Edelsteinen auf Zertifikate unabhängiger gemmologischer Labors!

Weil es für Laien und manchmal selbst für Experten ohne erheblichen Aufwand sehr schwierig ist Edelsteine auf ihre Echtheit zu überprüfen und korrekt einzuordnen, sind Zertifikat unabhängiger gemmologischer Institute extrem wichtig. Edelstein-Zertifikate bescheinigen nicht nur die Echtheit des Steins, sondern beinhalten auch alle relevanten Informationen und treffen Aussagen zu Reinheit, Behandlung oder auch Herkunft.

Das Zertifikat eines anerkannten Labors sorgt für Sicherheit im Handel. Edelsteine ohne Zertifikat sind dagegen nur mit Abschlägen handelbar und daher weniger wertvoll.

Fazit: Die wertvollsten Edelsteine

Der Wert von Edelsteinen hat vor allem nur bedingt mit seiner Seltenheit zu tun, vor allem bestimmt die Nachfrage nach einem gewissen Stein und die (zertifizierte) Qualität eines Stücks den Preis.

Zwar unterliegen auch Edelsteinen gewissen Modetrends, gute Edelsteine hatten historisch aber immer eine hohe Nachfrage und werden diese auch weiterhin behalten.

Seit 1995 haben sich die Marktpreise für naturfarbene, unbehandelte Farbedelsteine zumindest vervierfacht. So lässt sich mit Recht behaupten, dass es sich bei Rubin, Saphir, Smaragd & Co von höchster Qualität um besonders wertvolle Steine handelt.

Auch im Kriegen und Krisen waren Edelsteine stets als „Fluchtwährung“ gefragt.

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Dr. Thomas Schröck
Der Autor:

Dr. Thomas Schröck

ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von
THE NATURAL GEM. Der promovierte Ökonom ist u.a. in den USA, der Schweiz, Deutschland und Indien ausgebildeter Gemmologe und gilt mit 30 Jahren Erfahrung im internationalen Edelsteinhandel als führender Experte für naturfarbene, unbehandelte Edelsteine und Edelsteininvestments.

Im Gewinn Verlag erschien dazu auch sein Buch „Edelsteine als Investment“.

 

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