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Wissen

Zur Bedeutung von Edelsteinen

Über die Zeiten und Kulturen hinweg wurde Edelsteinen große Bedeutung beigemessen, die über Bewunderung für das schöne Aussehen und den materiellen Wert hinausging. Unterschiedlichen Edelsteinen bzw. unterschiedlichen Farben wurden dabei jeweils eigene Schutzwirkungen und Bedeutungen zugeschrieben.

Die Anfänge der Geschichte – die Bedeutung von Edelsteinen in antiken Hochkulturen

Schon seit dem 3. Jahrtausend vor Christus wurden in den antiken Hochkulturen im Vorderen Orient wertvolle Steine als Schmuck getragen, wie archäologische Funde belegen. Aber auch die heilende Wirkung von Steinen spielte etwa schon bei den Assyriern und Babyloniern eine zentrale Rolle, so wurden aus zerstoßenen Edelsteinen Tinkturen zur Heilung hergestellt.

Wichtig waren im Altertum bis zu den Griechen und Römern vor allem die Kennzeichen Farbe und Herkunft: Da noch wenig Wissen über die mineralogische Beschaffenheit von Edelsteinen vorhanden war, wurden auch Elfenbein, Bernstein, Perlen und Korallen zu den Edelsteinen gezählt. Bestimmte Steine waren Priestern und Königen vorbehalten, sie zeichneten die Träger aus und zeigten zugleich ihre Verbindung zum Göttlichen.

Egypt Falcon Amulet
CC BY-SA 3.0 FR Rama

Die Bedeutung von Edelsteinen in unterschiedlichen Kulturen

Roman; Necklace with emeralds; Gold and Silver

Auch über den Orient und Europa hinaus spielten Edelsteine eine wichtige Rolle, was schon allein damit zusammenhängt, dass die Fundstätten vieler Edelsteine in Indien, China und Süd- bzw. Mittelamerika liegen. Edelsteine wurden hier in ähnlicher Weise wie zuvor erwähnt dazu verwendet, um Hierarchien zu zeigen – Macht, Position und Reichtum zum Ausdruck zu bringen. In Indien etwa wurden Edelsteine im Volksglauben als Amulette zum Schutz gegen böse Geister eingesetzt, sie zeigten aber auch den gesellschaftlichen Rang bzw. die Stellung des Trägers.

Zwei Beispiele zur Bedeutung von Edelsteinen in Indien und China – Diamanten und Rubine: Als wichtige Fundstelle von Diamanten (so sollen die ersten Diamanten rund 4000 vor Christus in Indien entdeckt worden sein) spielten diese als Schmuck und Statussymbole eine wichtige Rolle in Indien. Der Rubin wiederum gilt in Indien als „König der Edelsteine“, laut der indischen Mythologie entstanden Rubine aus den Blutspritzern des Dämons Vala. Interessanterweise wurden Edelsteine in früheren Zeiten in Indien vor allem ungeschliffen und unbearbeitet verwendet, erst durch die Kolonialisierung setzte die Bearbeitung zur Schmuckherstellung ein. In China sind Korunde wie Rubine und Saphire auch seit rund 6.000 Jahren bekannt. In der Qing-Dynastie beispielsweise durften diese laut Gesetz nur von den höchsten Beamten, den sogenannten Mandarinen, getragen werden.

Es zeigt sich also, was Edelsteine wertvoll macht, war im Laufe der Geschichte nicht nur die Seltenheit oder die Farbgebung. Auch die Zuschreibung von Bedeutungen, etwa durch mythologische Hintergründe oder gesetzliche Regelungen, spielte eine entscheidende Rolle.

Die Heilwirkung von Steinen

In Europa ist die heilende Wirkung der Steine vor allem durch die Lehren Hildegard von Bingens verbreitet worden. Sie begründete die Heilkraft von Steinen mit deren kristalliner Struktur. Aber auch in anderen Kulturkreisen werden Edelsteinen Heilkräfte zugeschrieben, so enthalten etwa auch die Schriften der Ayurveda Anleitungen zur Herstellung von Pulvern, Pasten und Tinkturen aus diesen.
Steine entfalten der Steinheilkunde nach ihre Wirkung durch das Tragen oder Auflegen, in der modernen Naturheilkunde werden sie zur Linderung von psychischen und physischen Beschwerden eingesetzt.

Heilsteine müssen gereinigt und wieder mit neuer Energie aufgeladen werden. Außerdem gibt die Steinheilkunde vor, welche Steine nicht zusammenpassen und daher nicht gemeinsam verwendet werden sollen.

Heilsteine finden sich in der Lithotherapie (Edelsteintherapie), dem Ayurveda oder der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Die Bedeutung ausgewählter Steine

Die Bedeutung unterschiedlicher Steine ist in verschiedenen Steinheilkunden begründet, Edelstein-Lexika beziehen üblicherweise ayurvedisches oder naturheilkundliches Wissen sowie auch Überlieferungen aus dem Volksglauben mit ein.

Allgemein gilt z.B. der Achat als Schutzstein, der Energien ausgleicht, der Amethyst wiederum wird zur Konzentrationssteigerung eingesetzt. Smaragden wird zugeschrieben, dass sie zu Fruchtbarkeit verhelfen, Zirkone sollen das geistige Wachstum fördern. Der Rubin als „Herzstein“ wird gern bei Herz-Kreislauf-Beschwerden eingesetzt. Neben festgeschriebenen Wirkungen für bestimmte Steine gibt es auch sogenannte Geburtssteine, d.h. jedem Monat des Gregorianischen Kalenders ist ein Stein zugeordnet. Zu dem Geburtsstein seines Monats soll man ein besonderes Verhältnis haben.

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Dr. Thomas Schröck
Der Autor:

Dr. Thomas Schröck

ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von
THE NATURAL GEM. Der promovierte Ökonom ist u.a. in den USA, der Schweiz, Deutschland und Indien ausgebildeter Gemmologe und gilt mit 30 Jahren Erfahrung im internationalen Edelsteinhandel als führender Experte für naturfarbene, unbehandelte Edelsteine und Edelsteininvestments.

Im Gewinn Verlag erschien dazu auch sein Buch „Edelsteine als Investment“.

 

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