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Rohsteine & unbehandelte Edelsteine

Rohsteine, unbehandelte Edelsteine, natürliche Edelsteine – ist das ein und dasselbe? Der Laie denkt bei diesen unterschiedlichen Bezeichnungen vermutlich, dass es sich schlicht und einfach um Steine handelt, die noch in ihrem Ursprungszustand sind, bevor sie zu einem Schmuckstück oder einem geschliffenen Edelstein werden. Doch die Terminologie ist komplexer: Als Rohsteine bezeichnet man ungeschliffene Edelsteine. Unbehandelte Edelsteine dagegen können sehr wohl geschliffen sein, denn mit Behandlung wird im Edelsteinbereich eine „Veredelung“ des Steins über das Schleifen und Polieren hinaus bezeichnet.

Behandelte Edelsteine: So werden Steine verbessert

Der allergrößte Teil aller verkauften Edelsteine ist heute auf die eine oder andere Weise behandelt, denn nur etwa 2% der Steine am Weltmarkt haben ohne künstliche Verbesserung Edelsteinqualität („Gem Quality“).

Bevor Edelsteine geschliffen und zu Schmuck verarbeitet werden, werden sie behandelt, um kleine Makel und Fehler in Farbedelsteinen verschwinden zu lassen oder die Farbe eines Steins zu verbessern. Die Palette reicht vom Erhitzen, dem „Brennen“ von Edelsteinen, über Bestrahlung bis zum Füllen vorhandener Risse mit Öl, Harz oder Kunststoffen.

Rubine und Saphire werden erhitzt, um ihre Farbe zu verbessern und die Reinheit des Edelsteins zu steigern, während etwa farbige Diamanten oder Topase häufig bestrahlt werden.

Rohsteine: Wertbestimmung an erster Stelle

Als Rohsteine zählen Edelsteine und Mineralien, die noch nicht geschliffen wurden. Rohedelsteine in entsprechender Qualität werden von Edelsteinhändlern direkt von Minen oder über lokale Händler in den Fundgebieten gekauft, um anschließend von Spezialisten geschliffen zu werden.

Um zu erkennen, welche Qualität ein Stück hat, braucht es jahrelange Erfahrung und Expertise. Neben dem Gewicht ist auch die Form des Rohsteins äußerst wichtig, bestimmt diese doch die mögliche Form des Schliffs. Die besten Stücke können ohne weitere Verbesserung direkt geschliffen werden. Sie werden zu wertvollen, unbehandelten Edelsteinen. Ein wesentlich größerer Teil wird vor oder nach dem Schliff aber eben behandelt, um als Schmucksteine verkauft zu werden.

Exemplare von minderer Qualität sowie häufiger auftretende Mineralien werden dagegen in größeren Partien verkauft oder weiterverarbeitet. Sie finden sich dann als Trommelsteine oder auch als rohe, ungeschliffene und unpolierte Stücke im Handel wieder. Sie werden entweder zu Modeschmuck verarbeitet oder finden sich als Heilsteine im Esoterik-Handel wieder.
Für Mineraliensammler sind ungeschliffene, unbearbeitete Edelsteinkristalle interessant, sowie auch Edelsteinstufen, bei denen der Edelstein noch vom Ursprungsgestein umgeben ist.

Rohsteinschmuck

In den letzten Jahren werden auch vermehrt hochwertige Rohsteine ohne Schliff zu Schmuck verarbeitet. Generell sind die Designs solchen Rohsteinschmucks minimalistisch und zurückhaltend, um dem Stein alle Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die Rohedelsteine werden dabei auf unterschiedlichste Weise eingefasst, etwa mit Fassungen aus Drahtumwicklungen oder mit Krappen- oder Zargen-Fassungen.

Rohe Edelsteine sind im Vergleich zu geschliffenen deutlich günstiger. Zwar geht beim Schleifen immer ein großer Teil des ursprünglichen Gewichts verloren, erst durch den perfekten Schliff entsteht jedoch das besondere Funkeln eines Steins.

Weil zudem ein teurer Arbeitsschritt wegfällt, ist Schmuck mit ungeschliffenen Farbsteinen stets günstiger als solcher mit geschliffenen Steinen in derselben Qualitäts- und Gewichtsklasse.

Rohsteine in der Steinheilkunde

In der Esoterik sind ungeschliffene Rohsteine von großer Bedeutung. Abhängig von der jeweiligen Lehre werden jedem Mineral bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. Um diese Energien und Kräfte möglichst intensiv und unverfälscht zu erhalten, soll auch der Stein möglichst ursprünglich und direkt zum „Anwender“ kommen.

Die Edelsteine werden dann gerne auf den Körper aufgelegt, zur Herstellung von Edelsteinwasser genutzt oder von esoterischen Therapeuten zum Pendeln verwendet. Neben Rohsteinen werden auch polierte Trommelsteine für esoterische Praktiken genutzt.

Unbehandelte Edelsteine im Portfolio

Unbehandelte, naturfarbene Edelsteine sind eine gute Ergänzung für das Investmentportfolio. Rohe, ungeschliffene Edelsteine dagegen eignen sich als Wertanlage nicht. Rohsteine, die im Handel für Endkunden angeboten werden, sind von geringer Qualität und nicht als Investment gedacht.

Als Edelstein-Anlage sollten stets populäre Farbsteine wie Rubine, Smaragde, Saphire und farbige Diamanten mit einer Größe von mehr als einem Carat und sehr guter Qualität gewählt werden. Sie bieten einen Schutz gegen Inflation und sind zudem leicht zu transportieren und zu lagern. Wer langfristig (rechnen Sie mit einem Anlagehorizont von zumindest 5 Jahren) Geld anlegen möchte, ist mit unbehandelten Edelsteinen gut beraten.

Während die Nachfrage nach hochwertigen Edelsteinen vor allem auf dem asiatischen Markt stetig wächst, stagnieren die Fördermengen oder gehen gar zurück – daher darf in Zukunft eine Wertsteigerung erwartet werden.

Worauf ist zu achten?

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FAQs: Warum in naturfarbene und unbehandelte Edelsteine investieren?

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Dr. Thomas Schröck
Der Autor:

Dr. Thomas Schröck

ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von
THE NATURAL GEM. Der promovierte Ökonom ist u.a. in den USA, der Schweiz, Deutschland und Indien ausgebildeter Gemmologe und gilt mit 30 Jahren Erfahrung im internationalen Edelsteinhandel als führender Experte für naturfarbene, unbehandelte Edelsteine und Edelsteininvestments.

Im Gewinn Verlag erschien dazu auch sein Buch „Edelsteine als Investment“.

 

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