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Edelsteine schätzen lassen

Diamanten, Rubine, Saphire und andere Edelsteine sind selten, schön und begehrt ‒ und deshalb wertvoll. Dahingehend herrscht Einigkeit. Wie viel ein einzelner Edelstein jedoch tatsächlich wert ist, lässt sich weniger leicht bestimmen, denn jedes Exemplar ist einzigartig.

Wenn Sie Ihre Edelsteine schätzen lassen wollen, gibt es deshalb mehrere Faktoren zu beachten.

Edelsteine und Schmuck schätzen lassen

Anders als bei Edelmetallen wie Gold und Silber, deren Preis durch Angebot und Nachfrage am Weltmarkt bestimmt wird, ist der Markt für Edelsteine ungeregelt. Das heißt, der Wert der Steine bemisst sich individuell an der Qualität jedes einzelnen Exemplars. Jeder Edelstein ist ein Unikat und hat seinen eigenen Preis. Das macht den Wert von Juwelen für Laien kaum einschätzbar und für die Wertermittlung eine Prüfung der Edelsteine von einem Experten unumgänglich.

Einzig Diamanten sind leichter zu graduieren, da ihr Preis weltweit nach mehr oder weniger kontrollierten Kriterien ermittelt wird. Mit dem IDEX gibt es seit einigen Jahren einen weltweit gültigen Diamantindex für bearbeitete Diamanten. Auch der Rapaport Diamond Report wird von Händlern weltweit zur Preisgestaltung von Diamantenherangezogen.

Wenn Edelsteine in Schmuck verarbeitet sind, wird in der Regel das gesamte Schmuckstück bewertet. Es wird also nicht nur der Wert des Edelsteins allein zur Preisfindung herangezogen, sondern auch die anderen verarbeiteten Materialien, zum Beispiel Gold oder Silber.

Jeder Edelstein ist ein Unikat und hat seinen eigenen Preis.

Den Wert von Edelsteinen bestimmen

Der Wert eines Edelsteins wird neben Nachfrage und Seltenheit in erster Linie anhand der 4 C’s ‒ Carat, Cut, Color und Clarity ‒ sowie seiner Herkunft bestimmt.

4 C’s: Carat, Cut, Color, Clarity

Das Gewicht von Edelsteinen wird in Carat gemessen. Je größer der Stein, desto höher auch sein Wert pro Carat.

Die wenigsten Edelsteine werden in ihrer Rohform verkauft. Stattdessen kommen sie geschliffen in den Einzelhandel. Der Schliff (Cut) verstärkt den Glanz des Steins.

Auch die Farbe (Color) eines Edelsteins hat Einfluss auf seinen Wert. Je klarer und reiner bzw. bei Farbedelsteinen je intensiver der Farbton, desto höher die Qualität.

Vor allem bei transparenten Edelsteinen ist die Reinheit (Clarity) ein Qualitätsmerkmal. Einschlüsse mindern den Preis.

Herkunft

Neben den 4 C’s spielt auch der Fundort eines Edelsteins bei der Wertermittlung eine Rolle. Saphire aus Kaschmir und Rubine aus Burma sind zum Beispiel besonders gefragt und gelten als die kostbarsten der Welt.

Warum sollte man Edelsteine schätzen lassen?

Normalerweise erhält man beim Kauf von Edelsteinen ab einem bestimmten Wert von seriösen Verkäufern automatisch ein Wertgutachten oder Zertifikat, das die Echtheit des Stücks bezeugt und eine Bewertung umfasst. Liegen jedoch keine solchen Informationen vor, ist es sinnvoll, die Edelsteine schätzen zu lassen. Zum Beispiel wenn es sich um Erbstücke handelt, Sie Edelsteine bzw. in Schmuck verarbeitete Steine verkaufen möchten oder die Echtheit von im Ausland erworbenen Edelsteinen überprüfen lassen wollen.

Meistens dient das Schätzen von Edelsteinen allerdings dem Zweck, in Versicherungsfällen über einen Wertnachweis der Steine zu verfügen. Ein fundiertes Gutachten von einem Experten ist notwendig, um die kostbaren Juwelen angemessen versichern zu können.

Bei einem Investment in Edelsteine ist ein Zertifikat soundso Pflicht. Denn es erhöht den Wert der Stücke und nur ein zertifizierter Stein erzielt den bestmöglichen Verkaufspreis.

FAQs: Wie stellt The Natural Gem die Echtheit von Edelsteinen sicher?

Wo kann man Edelsteine schätzen lassen?

Für eine seriöse und sichere Schätzung sollte man nur unabhängigen gemmologischen Labors vertrauen.

Für Laien ist es nahezu unmöglich, Edelsteine zu schätzen. Selbst für Fachleute ist es manchmal schwierig, die Echtheit eines Minerals zu überprüfen und ihn korrekt einzuordnen. Insbesondere die Ermittlung von Behandlungen und der Herkunft eines Edelsteins sind mit erheblichem Aufwand verbunden. Deshalb sollte die Schätzung von einem qualifizierten Experten mit langjähriger Erfahrung und einer vollständigen Laborausrüstung durchgeführt werden.

1. Juwelier

Wenn man Edelsteine schätzen lassen möchte, ist ein Juwelier meist die erste Anlaufstelle. Es kann allerdings passieren, dass ein Abstecher zum örtlichen Juwelier nicht von Erfolg gekrönt ist, da das Personal von Juweliergeschäften oftmals nicht dafür ausgebildet ist, eine professionelle Schätzung vorzunehmen.

2. Händler

Ähnlich wie bei Juwelieren sollte man auch bei einem Edelsteinhändler sichergehen, dass er über die erforderlichen Qualifikationen und moderne Messgeräte verfügt. Grundsätzlich ist bei von Juwelieren oder Händlern ausgestellten Zertifikaten Vorsicht geboten. Meistens handelt es sich dabei nicht um allgemein anerkannte Dokumente ‒ bei einem Wiederverkauf sind sie daher praktisch wertlos.

3. Gemmologisches Labor

Für eine seriöse und sichere Schätzung sollte man nur unabhängigen gemmologischen Labors vertrauen. Für Farbedelsteine sind etwa die Schweizer Stiftung Edelsteinforschung (SSEF) oder das Swiss Research Gemlab (GRS) zu empfehlen, für Diamanten das Gemological Institute of America (GIA). Deren Zertifikate bescheinigen die Echtheit des Edelsteins und beschreiben und klassifizieren seine individuellen Charakteristika. Die Kosten eines Zertifikats betragen in der Regel 0,5 % bis 2 % des Schätzwertes.

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Dr. Thomas Schröck
Der Autor:

Dr. Thomas Schröck

ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von
THE NATURAL GEM. Der promovierte Ökonom ist u.a. in den USA, der Schweiz, Deutschland und Indien ausgebildeter Gemmologe und gilt mit 30 Jahren Erfahrung im internationalen Edelsteinhandel als führender Experte für naturfarbene, unbehandelte Edelsteine und Edelsteininvestments.

Im Gewinn Verlag erschien dazu auch sein Buch „Edelsteine als Investment“.

 

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