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Mehr als nur blau – Saphirvarietäten

Saphire gehören ebenso wie Rubine zur Gruppe der Korunde. Sie weisen eine Mohshärte von 9 auf und sind nach Diamanten somit die härtesten Mineralien der Welt. Am bekanntesten sind blaue Saphire, Saphire mit anderen Farben werden als „fancy Saphire“ bezeichnet.

Die bekanntesten Varietäten sind pinke, orange, gelbe und weiße Saphire, zudem gibt es auch zweifärbige, Farbwechselsaphire und Sternsaphire. Da farbige Saphire allgemein selten sind, werden besonders begehrte Farben wie pink auch durch Brennen künstlich erzeugt.

Blaue Saphire – die Königsklasse

Die bekannteste Farbvarietät ist blauer Saphir, der Name leitet sich auch vom griechischen Begriff für „blau“ ab. Am begehrtesten sind tiefblaue Saphire, auch königsblaue Saphire genannt. Die Blaufärbung entsteht durch das Zusammenspiel von Titanoxid und Eisen im Stein.

4.097 Carat Blue Sapphire

Pinke Saphire

Pinke oder rosa Saphire existieren in unterschiedliche Farbschattierungen von einem zarten Rosa bis hin zu einem kräftigen Pink mit Violett-Nuancen, ebenso gibt es, wenn auch seltener, Steine mit roten Nuancen. Steine mit violetten Nuancen, die vor allem in Madagaskar vorkommen, werden bei niedrigen Temperaturen gebrannt, um pinke Saphire zu erhalten. Neben Padparadscha-Saphiren sind pinke nach den blauen Saphiren aktuell die begehrtesten und erzielen die höchsten Preise.em Anlagehorizont von zumindest 5 bis 10 Jahren zu sehen. Als Spekulationsobjekt eignen sie sich nicht!

Padparadscha Saphire – die Farbe der Lotusblüte

Der Padparadscha ist orange-rosa, der Name stammt aus Sanskrit bzw. dem Singhalesischen, wo „padma raga“ „lotusfarben“ bedeutet. Früher wurden viele Steine mit einer Farbschattierung zwischen Orange und Rosa als Padparadscha bezeichnet, heutzutage schränken gemmologische Labore diese Bezeichnung allerdings auf eine enge Farbspanne von rosa-orange bzw. orange-rosa ein. Ist die Farbsättigung weniger stark, werden die Saphire als pfirsichfarben bezeichnet. Der Padparadscha Saphir ist auch der einzige Edelstein, bei welchem der Wert steigt, wenn die Farbsättigung abnimmt.

Gelbe Saphire

Diese Farbvarietät entsteht durch das im Stein enthaltene Eisen. Auch diese Edelsteine können gute Preise erzielen, müssen dafür allerdings von sehr hoher Qualität sein. Gelbe Saphire werden hauptsächlich für Schmuck verwendet.

Weiße oder farblose Saphire

Weiße oder farblose Saphire sind die reinste Form von Korund. Sie sind im Vergleich zu anderen Farbvarianten relativ selten und werden in der Schmuckherstellung als Alternative zum Diamanten geschätzt. Die Farblosigkeit rührt daher, dass diese Varietät keine Fremd-Metallionen enthält.

Saphire mit Effekt – Sternensaphire, Farbwechsel und zweifärbige Saphire

Die sogenannten Sternensaphire weisen einen Asterismus auf, durch Rutil-Einschlüsse entsteht der Eindruck eines Sterns. Um das Sternphänomen besonders deutlich hervorzuheben, werden Sternensaphire üblicherweise als Cabochon geschliffen. Einer der bekanntesten Sternsaphire ist der „Stern von Bombay“, der 182 Karat aufweist.

Saphire mit Farbwechsel wiederum zeigen unter fluoreszierendem Licht eine andere Farbe, so erscheinen sie etwa in natürlichem Licht violett, unter UV-Licht blau. Die Intensität des Farbwechsels ist je nach Stein unterschiedlich und kann von einem schwachen Schimmer bis zu zwei deutlich unterscheidbaren Farben reichen. Je stärker der Farbwechsel sichtbar ist, desto teurer ist der Stein. Saphire mit Farbwechsel kommen in Blau-, Violett- und Brauntönen vor.

Zweifärbige Saphire wiederum sind Steine, bei denen die beiden Farben bzw. Farbzonen mit freiem Auge in natürlichem Licht erkennbar sind. Sie werden auch Parti-Saphire genannt und können etwa braun und gelb oder grün und blau sein. Am begehrtesten sind Steine, die eine graduelle Veränderung aufweisen, wobei an einem Ende des Steines eine Farbvarietät vorkommt und die Färbung am anderen Ende mit der anderen Farbvarietät endet. Diese Saphire sind im Vergleich zu anderen fancy Saphiren seltener.

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Dr. Thomas Schröck
Der Autor:

Dr. Thomas Schröck

ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von
THE NATURAL GEM. Der promovierte Ökonom ist u.a. in den USA, der Schweiz, Deutschland und Indien ausgebildeter Gemmologe und gilt mit 30 Jahren Erfahrung im internationalen Edelsteinhandel als führender Experte für naturfarbene, unbehandelte Edelsteine und Edelsteininvestments.

Im Gewinn Verlag erschien dazu auch sein Buch „Edelsteine als Investment“.

 

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