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Edelsteine als Inflationsanker

Aktuell befinden wir uns in einer Phase der Inflation, die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen, zugleich ist dadurch das Ersparte immer weniger wert. Daher suchen private Anleger nach neuen Möglichkeiten, um zu investieren – am beliebtesten sind in solchen Zeiten Sachwerte.

Wie hängen Inflation und die Flucht in Sachwerte genau zusammen und sind Edelsteine besonders geeignet für Investitionen in solchen Zeiten?

Inflation und die Flucht in Sachwerte

Seit der Finanzkrise 2008 herrscht eine Niedrigzinspolitik vor, d.h. Sparer bekommen nur sehr niedrige Zinsen für ihr Erspartes. Aktuell geben Banken zum Teil sogar schon die Negativzinsen der Zentralbanken an ihre Kunden weiter, womit diese quasi Strafzahlungen dafür leisten, dass sie Erspartes auf der Bank haben. Zugleich wird von den Nationalbanken, der Europäischen Zentralbank und der amerikanischen FED mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf gepumpt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Denn für Handel und Dienstleister ist eine Inflation tendenziell besser als eine Deflation, d.h. wenn Preise sinken würden. Denn bei einer Deflation würden Käufer in der Hoffnung auf noch niedrigere Preise ihre Kaufentscheidung immer weiter aufschieben. Bei einer Inflation dagegen kaufen sie schneller, um höhere Preise zu vermeiden.

Für Anleger führen eine steigende Inflation und die begleitenden Niedrig- oder Negativzinsen natürlich dazu, dass das Ersparte quasi schmilzt, weil man immer weniger um sein Geld bekommt. Sie flüchten in solchen Zeiten daher in Sachwerte wie Immobilien, Gold, Luxusuhren oder eben auch Edelsteine. Sachwerte stehen für reale Werte, die von Geldwertschwankungen unabhängig sind und die Inflation kompensieren können. Allerdings ist dabei darauf zu achten, dass in Inflationszeiten auch die Preise für Immobilien und Edelmetalle oft sprunghaft ansteigen, hier ist also Vorsicht und Umsicht beim Investieren geboten.

Wenn sich jemand für ein Investment in Edelsteine interessiert ist davon aus- zugehen, dass er schon andere Investmenttypen, wie Aktien, Anleihen, Im- mobilien & Co besitzt.

Was Edelsteine zu idealen Inflationsankern macht

Edelstein Investment

Edelsteine sind ideal als langfristiges Investment: Ein rapider Wertverlust ist sehr unwahrscheinlich, auf längere Sicht steigt der Wert langsam, aber stetig.

Edelsteine sind sehr attraktiv als Sachwerte zur Diversifikation des Investmentportfolios, d.h. nur ein gewisser Teil des Vermögens (empfohlen werden maximal 5 bis 10%) sollte in Edelsteine investiert werden. Außerdem lassen sie sich leicht transportieren und lagern. Ein fingernagelgroßer Rubin kann den Gegenwert von mehreren Kilogramm Gold haben, weshalb Edelsteine auch als Fluchtwährung beliebt sind. Sie sind zudem unempfindlich gegen äußere Einflüsse wie Hitze und Feuchtigkeit und bedürfen keiner Pflege. Anleger brauchen für die Investition in Edelsteine wenig Vorwissen, durch gemmologische Gutachten werden die Steine beschrieben und bestimmt.

Der Preis von Edelsteinen hängt aber nicht nur von den Gutachten, sondern in erster Linie von der Nachfrage ab. Diese ist etwa zu Beginn der Corona-Krise sprunghaft angestiegen, zugleich gehen in den letzten Jahren die Fundmengen zurück, wodurch man weiterhin mit steigenden Preisen rechnen darf.

Was für das Investment in Edelsteine unbedingt noch beachtet werden sollte

Für den Kauf von Edelsteinen sollte man stets zu einem professionellen Edelsteinhändler gehen: Denn als Investment eignen sich jedoch nur bestimmte Steine.
Vermeintlich günstige Angebote findet man immer wieder, doch sind diese stets mit Vorsicht zu genießen. Für Laien ist schwer feststellbar, ob es sich bei einem Stein um eine Fälschung handelt und selbst wenn der Stein echt ist, kann auch das gemmologische Zertifikat gefälscht sein. Hier also besser auf die Expertenmeinung vertrauen.

Beim Kauf von Edelsteinen durch Privatpersonen wird Mehrwertsteuer fällig, daher ist der Verkauf mit Gewinn nach einigen Jahren sinnvoll. Generell sollte der Anlagehorizont bei mindestens 5 Jahren liegen. Das Positive dabei: Bei Wiederverkauf fällt keine Einkommenssteuer an, wenn man die Steine länger als ein Jahr besessen hat.

Für den Einstieg empfiehlt es sich, auf „die großen Drei“ – Rubin, Saphir und Smaragd – zu setzen. Es macht zur Diversifikation des Portfolios Sinn, für die geplante Anlegesumme nicht nur einen einzelnen Stein zu erwerben, sondern mehrere kleinere Edelsteine von hoher Qualität zu kaufen.

Rubin
Blauer Saphir
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Dr. Thomas Schröck
Der Autor:

Dr. Thomas Schröck

ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von
THE NATURAL GEM. Der promovierte Ökonom ist u.a. in den USA, der Schweiz, Deutschland und Indien ausgebildeter Gemmologe und gilt mit 30 Jahren Erfahrung im internationalen Edelsteinhandel als führender Experte für naturfarbene, unbehandelte Edelsteine und Edelsteininvestments.

Im Gewinn Verlag erschien dazu auch sein Buch „Edelsteine als Investment“.

 

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